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Thessaloniki: „The Cut“ auf dem Filmfestival

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Foto: Thessaloniki Filmfestival 2014 / The Cut von Fatih Akin

In einem ausverkauften Saal im Kino des Olympion hat der neue Film von Fatih Akin “The Cut“ am Sonntag Abend seine griechische Premiere gefeiert. Aus gesundheitlichen Gründen konnte der von der Organisation und dem Publikum erwartete Regisseur nicht anwesend sein. Das hat die Stimmung der Zuschauer anfangs getrübt, für den Film konnten sie sich trotzdem begeistern.  

Nazaret Manoogian (gespielt von Tahar Rahim) ein junger Familienvater aus Mardin wird 1915 von der osmanischen Polizei eingesammelt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Die Jahre vergehen, Nazaret entgeht nur knapp dem Tod und erfährt, dass der Großteil seiner Familie ermordet wurde. Bis auf seine Zwillingstöchter Arsinée und Lucinée. So begibt er sich auf eine lange Reise, um nach ihnen zu suchen.

Mit „The Cut“ erfindet sich Akin in gewisser Weise neu. Er probiert neue Stile aus, die überhaupt nicht an seine bisherigen Filme erinnern. Es ist seine teuerste und aufwendigste Produktion. Filmkritiker hat er trotzdem nicht überzeugen können.

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Thessaloniki Filmfestival 2014 / The Cut von Fatih Akin

Aus der Türkei hagelte es (wie erwartet) Kritik und es gab sogar Morddrohungen. Natürlich ist der Genozid der Armenier ein sehr heikles Thema, da es bis heute von der türkischen Regierung nicht anerkannt wird. Selbst in Deutschland umgeht man den Ausdruck „Völkermord“.

Akin hat sich davon aber nicht abschrecken lassen und versucht anhand des Beispiels von Nazaret die Geschichte zu erzählen. Dass der Regisseur mit seinem Film eine Brücke schlagen will, wie er selbst sagt, ist offensichtlich. Er zeigt das Gute und das Böse unabhängig von ethnischem oder religiösem Hintergrund.

Allerdings gibt es in dem Film einen Bruch. Die Geschichte der Armenier endet abrupt mit der Auflösung des Osmanischen Reichs und von da an beobachtet man Nazaret nur bei der Suche nach seinen Töchtern. Trotzdem bleibt der Film bis zum Ende spannend.

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