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Thessaloniki: Dokumentarfilm Festival 2014

2014-Documentary-Filmfestival-Thessaloniki3,2,1…! Überblick verschaffen

Noch nie schien Berlins Flughafen soo voll. Um 6Uhr morgens! Ungeduldige, aber neugierige Reisende warten sehnsüchtig auf ihren Kaffee im Flieger nach Thessaloniki. Währenddessen – nur 2,5h Flugstunden weiter südlich – werden gewissenhaft auf dem Aristoteles Platz die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung des 16.Dokumentarfilmfestivals in Thessaloniki getroffen – 14. bis 23. März 2014.

Berlin 6 am In der Ankunftshalle des Flughafens Thessaloniki warten die Organisatoren bereits auf Filmemacher und geladene Gäste. Den Postern von dort folgend, gelangt man ohne Umwege quer durch die Stadt direkt zum Herzen des Festivals: Das Olympion Kino am Aristoteles Platz.

Während weiter oben im Park alte Männer noch (!) wie jeden Tag ehrgeizig ihre Karten spielen, werden auf dem Asphalt weiter unten die Poster nochmal zurecht geschnitten und glatt geklebt. Die frisch gedruckten Kataloge stapeln sich im Festival Shop. In den Cafes, in der Kinoeingangshalle und auf den Treppenstufen tummeln sich nach und nach Menschen, die in einem blau-gelben Heftchen herumblättern. Vor, zurück, vor. Und irgendwo in der Mitte verweilen ihre konzentrierten Blicke. „Was gibt es da? Wo hast du das her?“ – „Da hinten, aus dem blauen Glaskasten auf’m Platz.“ (Antwortet eine der Blätternden zu einem anderen.)

Aristoteles SquareEs geht los: Stadtbewohner und Angereiste sind dabei sich einen Master-Plan für die kommenden 10 Tage des europaweit bekannten Festivals auszuhecken: „185 Filme (Kurz – und Langfim) von Regisseuren aus der ganzen Welt, 3 Welt-, 12 internationale, 8 europäische und 137 griechische Premieren! 1 Preis für den besten internationalen Dokumentarfilm, 1 Preis für den besten griechischen, 2 Publikumspreise für länger als 45 Minuten-Filme, 2 Publikumspreise für die kürzeren, 1 Preis von WWF Greece und 1 Preis von Amnesty International“- !!

– Hier der Versuch einer Übersicht von diesen „Bildern des 21. Jahrhunderts“ :

Das Filmprogramm:

Von den insgesamt 10 Sektionen, weisen „Blicke der Welt“, „Menschenrechte“, „Gesellschaft“ und „Habitat“ auf den Ton des Festivals hin: Ehrlich, kritische und vielschichtige Blicke in die Gegenwart unserer Gesellschaft, die zugleich hoffnungs- und liebevoll, aufständig und still sind. Dokumentarfilme, die nach ihren „fiktionalen Gegenspielern“ und „Vorbildern gegen die Gemeinheiten des Daseins“ suchen, sowie nach Rebellen, die in Krisen und Kriegen, aber auch im Alltag und in der Kunst Alternativen schaffen.

Die Sektionen „Künste“ und „Musik“ stehen dabei beispielhaft für die poetischen und experimentellen Formen des Genres. Die Filme verbünden sich unter anderem mit dem Theater und der Bildhauerei, sowie Hip Hop, Punk und Ballett und weisen die Schranken zwischen ‚wahren‘ und vermeintlich ‚falschen‘ Weisen zu berichten zurück.

Neben internationalen Produktionen sticht ein „griechisches Panorama“ hervor, in dem offenkundig Perspektiven miteinander verbunden und ausgetauscht werden: Europäische Einwanderer in Griechenland berichten ihren Stand der Dinge, so wie griechische ihre Sicht auf europäische und deutsche Politik. Es werden Verbindungen zwischen griechischen und amerikanischen, türkischen und europäischen, albanischen sowie afghanischen und zurück zu griechischen Migrations- und Wandergeschichten geschaffen. Erzählungen, in denen Protagonisten Widerständen mit Widerstand begegnen, oder noch Verweilen zwischen Dahin Gehen oder Hier Bleiben und Lösungen in „Aufzeichnungen der Erinnerung“ suchen.

Das Tribut geht dieses Jahr an den Filmemacher Peter Wintonick, der seit seinen Anfängen ein Freund und Unterstützer des TDF gewesen ist. Sowie an Nicolas Philbert, der auch anwesend sein wird.

In jederlei Hinsicht lädt dieses Festival zu einer vielschichtigen Reise in Zeiten und an Orte ein, die von den wichtigsten Themen unseres Jahrhunderts berichten! Also: Ab ins Kino!

Und vorher noch ein Tip des Abends: „Cinematic Soul“

Ein Warm Up mit Filmmusik und Sounds von großartigen Filmen nur einen Tag vor dem Festival gibt es in der Bar „Blender“: Georgiou Theochari 4 (nahe Navarino Platz). Das ist „Cinematic Soul“, ab 20:00 Uhr.

Links

Festivalprogramm: http://tdf.filmfestival.gr/

Tributes: Peter Wintonic , Nicolas Philibert

Awards

Video:

Official Trailer: www.saloniki.tv

Autorin: Elena Friedrich

Dieser Artikel ist im Kontext des Forschungs- und Filmprojektes der Autorin entstanden, „Mapping the Now Here“.

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